Massives Holz, im Werk gefertigt · vor Ort montiert
Im üblichen Wohnungsbau tragen die Wohnungstrennwände — deshalb lässt sich eine Wohnung kaum ändern. Im höhenhaus wirken zwei Konstruktionsschichten zusammen. Der primäre Bau trägt und alles, was eine Wohnung ausmacht, ist veränderbar.

Acht Kapitel
Dieselbe Konstruktion
Das Bausystem steht. Wie damit gebaut werden kann, ist frei.

01
Bauherren

02
Kommunen

03
Unternehmen

04
Gastgeber

05
Arbeiten

06
Investoren

07
Träger
01
Massive Holzebenen, wenige Wandscheiben, sichtbares Holz.
Massives Holz, ergänzt um natürliche Stoffe und Glas. Die tragenden Holzebenen werden selbst zum Boden.
Die tragenden Decken und Wände können außen sichtbar werden.
Die Konstruktion für Wasserhaltung und Substrat ist im Bodenaufbau präzise integriert. Überschüssiges Wasser wird verlässlich abgeleitet.
Unter dem Holzbau ist immer Luft. Entweder als trockener Bestand, auf dem er aufliegt, als offene Ebene für Elektroautos, aus der die Bäume nach oben wachsen oder als trockener massiver Keller. Wo der Übergang fließen soll ist das Gelände modelliert.
Der Ausbau kann frei gestaltet werden. Oberflächen können glatt oder gegliedert sein. Material und Farbe sind vollständig flexibel.
Was trägt, ist gewachsen. Massives Holz, ergänzt um natürliche Stoffe und Glas — seine gewachsene Zeit bleibt im fertigen Bau gegenwärtig, als Wärme, die man sieht und spürt.
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02
Was trägt, bleibt. Was den Zuschnitt macht, ist versetzbar.
Eine Schicht bleibt und gibt Halt, die andere ist veränderbar. Verbunden durch eigens entwickelte Koppler.
Die tragende Schicht macht zwei Dinge zugleich: Scheiben und Decken aus massivem Holz sind das Tragwerk und die Bodenordnung in einem. Der Ausbau steht davon getrennt und greift in vorbereitete Anschlüsse — er lässt sich öffnen, ohne das Tragwerk anzurühren.
Was sich ändern lässt, muss nicht ersetzt werden. Die Koppler sitzen genau dort, wo Veränderung ansetzt: an Grenzen, Zugängen und Anschlüssen. Das Tragwerk bleibt, während sich alles andere neu ordnet.
Mehr dazu unter VeränderbarkeitGetrennt gebaut heißt getrennt zu lösen. Primärstruktur und Sekundärschicht sind über sichtbare Verbindungen gekoppelt. Sie lassen sich öffnen, ohne das Tragwerk anzurühren.
Mehr dazu unter VeränderbarkeitZwei Schichten heißen zwei Zeitpläne. Das Tragwerk steht, während der Ausbau noch geplant wird — das entzerrt die Baustelle.
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03
Die Fügung wiederholt sich, die Geometrie ist frei. Dieselben Anschlüsse, dieselben Toleranzen, dieselben Bauteile — und darauf ein Grundriss, der sich nach dem Ort richtet. Genau diese Wiederholung macht die Vorfertigung möglich.
Die Regel ist der Grund für den Preis. Was sich wiederholt, lässt sich vorfertigen. Was jedes Mal neu entwickelt wird, kostet jedes Mal neu.
Mehr dazu unter WirtschaftlichkeitFeste Regeln machen Bauteile wiederholbar. Was sich wiederholt, lässt sich auch wieder ausbauen und an anderer Stelle einsetzen.
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04
Was im Werk entsteht und was auf dem Platz — in zehn Bildern.
Nahezu alles entsteht im Werk: tragende Module, Fassaden, Technik, Ausbau.
Der alte Bruchsteinbau bleibt stehen und bekommt eine neue Aufgabe: einfache Gemeinschaftsräume und Treppen mit Aufzügen. Gebaut werden muss wenig, das Klima bleibt einfach: der Ringanker, ein Geschoss in Beton, Dach und Fenster — dann ist der Bestand fertig. Was dann entsteht, folgt einer anderen Logik: Brettsperrholz aus dem Werk, angeliefert und trocken gestellt. Moderner Komfort und hohe Präzision. Zwei Arten zu bauen an einem Ort.
Auf dem Grundstück wird montiert, nicht hergestellt. Was im Werk entsteht, entsteht unter gleichbleibenden Bedingungen — das macht den Ablauf planbar und die Bauzeit kurz.
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05
Wärmeschutz und Kühlung, Schallschutz und Brandschutz, Feuchte und Wasserdampf — alle physischen Fragen sind mit der Schichtung des Aufbaus gelöst.
Die Schichtung ist die Essenz: schwere und leichte Bauteile sind genau entlang der physischen Wahrheiten angeordnet. Die konstruktive Masse des höhenhauses macht seinen Brandschutz und ist Basis für den hohen Schallschutz. Sie wirkt auf den Feuchtigkeitsausgleich und den Temperaturausgleich. Die leichten Dämmschichten minimieren den Durchgang von Wärme und Schall — in beiden Richtungen. Für Luft sind die Wege genau dort geschlossen oder offen, wo sie es sein müssen.
Das höhenhaus ist ein synergetisches System. Seine Physik ist die Grundlage seiner Lebendigkeit: die hölzernen Ebenen können nach außen laufen, weil die Schichtung des Baus sie befreit.
Massives Holz arbeitet zweimal. Es trägt, und es speichert — Wärme im Winter, Trägheit an heißen Tagen. Was der Aufbau leistet, muss die Anlage nicht leisten.
Mehr dazu unter ÖkologieSchwellenlos ist eine Frage des Aufbaus. Wo der Bodenaufbau von Anfang an dafür gerechnet ist, braucht es später keine Rampe.
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06
Im Winter warm, im Sommer kühl — ohne Gerät und ohne Zutun.
Vorgefertigt als Modul, gemeinschaftlich organisiert: Energie, Luft, Wärme, Wasser.
Erreichbarkeit ist Konstruktion, nicht Zubehör. Dass jede Ebene ohne Stufe erreichbar ist, wird nicht nachgerüstet — es ist im Aufbau angelegt, samt der Technik, die dazugehört.
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07
Was die Schicht davor leistet, und was nachwächst.
Wintergärten und Eingänge hinter der äußeren Verglasung liegen im warmen Zusammenhang.
Holz wächst nach; geteilte Technik erhöht die Wirksamkeit; spätere Veränderungen sind eingeplant.
08
Was in die Erde geht, bleibt mineralisch; was trägt, ist Holz.
Ein Höhenhaus ist ein Holzbau mit einer klaren Arbeitsteilung: Was in die Erde geht, bleibt mineralisch; was darüber trägt, ist Holz. Das ist der Normalfall im Holzbau — und es ist der Grund, warum jede Ebene so weit spannen und so frei bleiben kann.
Jedes Material dort, wo es am längsten hält. Was in die Erde geht, bleibt mineralisch; was darüber trägt, ist Holz. Kein Bauteil arbeitet gegen seine Natur.
Mehr dazu unter ÖkologieWer hier plant
additional spaces ist ein Planungsbüro im Alten Gutshof in Ingelheim. Wir planen, entwerfen, steuern und moderieren; gebaut wird von Betrieben, finanziert wird von Dritten — wir bleiben auf der Seite derer, die hier einmal wohnen.
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Entwurf v20.95