Gärten in der Höhe · Gassen unter freiem Himmel
Wie das eigene Haus mit Garten — und doch alles, was nur das Zusammenwohnen schenkt. Jede Ebene trägt Hof, Garten und einen Weg im Freien; vor der Wohnung liegt eine Gasse unter dem Himmel statt eines Treppenhauses. Die Wohnung wächst mit, wird kleiner oder gibt einen Teil ab, wenn das Leben es verlangt. Und was am Ort schon steht, bleibt erkennbar und wird wieder bewohnt.
Weil dort das Entwicklungszentrum der Wohnprojekte steht. Im Alten Gutshof werden die Projekte entwickelt, entworfen, geplant und bis zur Übergabe gesteuert — aus einer Hand und an einem Ort.
Ein Entwicklungszentrum, das man besuchen kann, ist etwas anderes als ein Büro. Werkstattgespräche, ein Laden, ein Weincafé, Tische unter Schirmen: Hier kommt täglich zusammen, was ein Wohnprojekt später leisten soll — Wege, die sich kreuzen, und eine Mitte, die allen gehört. Wer plant, wie Menschen zusammen wohnen, hat es hier vor Augen.



Die Kapitel
Neuer Raum
Massive Holzebenen tragen wie Grund — mit Hof, Garten und Weg.
Fester Boden, der nach oben gewandert ist — und dort alles trägt, was einen Ort ausmacht.
Auf den massiven Holzebenen des Bausystems entstehen neue, bewohnbare Böden. Sie tragen wie der Grund selbst und liegen doch frei über dem Gelände, durchzogen von Licht.
Auf ihnen entwickelt sich ein ganzer Lebensraum: Wohnungen und Häuser, kleine und große, dazwischen Höfe, Gärten, Wege und stille Winkel zum Rückzug.
Man kann sich diese Ebenen wie schwebende Grundstücke vorstellen — fester Boden, der nach oben gewandert ist und dort alles trägt, was einen Ort ausmacht.
In jedem Zuhause entsteht dabei das Gefühl des eigenen Hauses mit Garten — und zugleich alles, was nur das Zusammenwohnen schenkt.
So schwer das Holz ist, so leicht wirkt das Ganze. Die Bauten stehen nur zum Teil auf dem Boden, öffnen sich nach oben wie eine Blüte und nehmen die Gärten mit in die Höhe.
Erde in Tiefe, nicht Substrat auf einer Decke. Das Grün steht im Boden, kühlt an heißen Tagen und nimmt den Regen auf. Deshalb hält es — und deshalb wirkt es.
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Das Dazwischen
Die Schwelle ist hier ein Raum, in dem man bleiben kann.
Man tritt aus dem Zimmer, bleibt einen Moment stehen, geht hinaus in den Garten.
Der HofAuf der untersten Ebene ist dieser Hof der Garten auf gewachsenem Boden — die oberen wiederholen ihn, sie ersetzen ihn nicht. Ein paar Höfe beieinander, jeder für sich; die Gärten grenzen an, die Wege teilen sich. In einem Höhenhaus liegt diese Nachbarschaft übereinander statt nebeneinander.
Bewohnbare ZwischenräumeZwischen innen und außen liegen bewohnbare Zwischenräume. Weit, geschützt und grün — verbunden mit Licht, Luft und Ausblick: wohnen mit der Natur, in vollem Komfort. Übergänge werden erlebbar.
An den SchwellenOft ist es gerade dieses Dazwischen, in dem sich das Leben am schönsten entfaltet — an den Schwellen, wo eines ins andere übergeht.
Und dieses Dazwischen reicht über die eigenen Türen hinaus: Es setzt sich fort über geschützte Loggien und grüne Filter, über die gemeinsamen Wege bis dorthin, wo der Bau mit Stadt und Landschaft zusammenwächst — vom stillsten Rückzug ins offene Leben.
Schutz auf jeder StufeDieser Schutz ist auf jeder Stufe vorhanden: im eigenen Zuhause, wo er ganz persönlich ist, und ebenso auf den gemeinsamen Wegen, wo man ihn miteinander teilt.
Die Wege
Vor jeder Wohnung eine Gasse im Freien.
Die gemeinsamen Wege wachsen wie ein Baum — und auf ihnen spielt sich das Leben ab.
Sie wachsen wie ein BaumÜber Treppen und Aufzüge, Gassen, Galerien und Dachgärten verzweigen sich die gemeinsamen Wege durch den alten Bestand und über die neuen Holzebenen, bis hinauf zu den hängenden Gärten.
Breite und schmale WegeManche sind breit und einladend, kleine Orte der Begegnung: Hier tüftelt jemand in einer Werkstatt an der Brücke, dort sitzt jemand mit einem Buch in der Sonne, vorn spielen Kinder — man trifft sich.
Andere sind schmale, stille Pfade, die zurückgezogenen Verbindungen, auf denen man selten jemandem begegnet. So findet jeder den Weg, der zu seiner Stimmung passt.
Auch am Rand geschütztUnd selbst dort, wo diese Wege sich nach außen öffnen — auf den Brücken und Galerien, an den Rändern zum öffentlichen Raum —, ist das Gefühl von Schutz da. Gerade weil man hier dicht beieinander lebt, entsteht eine Geborgenheit, die andere Wohnformen so nicht kennen.
Was dadurch leichter wirdVieles, was den Alltag sonst schwer macht, wird hier leichter, weil der Lebensraum nah und durchlässig ist. Kinder, die zusammen aufwachsen und in Sichtweite spielen; ein Essen, das man miteinander teilen kann; eine helfende Hand, wenn das Leben sie braucht.
Ihr eigener Bereich bleibt dabei ganz Ihrer; wie weit Sie sich öffnen, entscheiden Sie.
Vor jeder Tür ein Weg — und jeder Weg ohne Stufe. Kein Treppenhaus, kein nachträglich eingebauter Umweg für die, denen der erste nicht möglich wäre. Der Weg zu jedem Zuhause ist derselbe für alle.
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Entwicklung und Veränderung
Größer werden, kleiner werden, einen Teil abtrennen.
Räume und Nutzungen wandeln sich mit, weil ein Höhenhaus von Anfang an darauf angelegt ist. Wohnungen und Häuser wachsen, wenn die Familie größer wird, geben Raum ab, falls er nicht mehr gebraucht wird, lassen sich verbinden oder wieder trennen. Auch Wege, Zugänge und gemeinsame Bereiche können neuen Wünschen folgen.
Zwei SchichtenDas gelingt, weil zwei Schichten zusammenspielen. Eine bleibt und gibt Halt: das Tragwerk, die großen Wege, die Grundordnung des Ganzen. Die andere ist veränderbar und findet immer wieder neuen Anschluss: Wände, Ausbau, die Größe und der Zuschnitt der Einheiten. Verbunden werden beide durch Koppler, die wir eigens dafür entwickelt haben — einfach und genau an den Stellen, an denen Veränderung ansetzen soll.
So bleibt das Tragende fest, während sich das Leben darin frei bewegt. Veränderung ist hier von Anfang an mitgedacht und gehört fest zum System.
Bleiben könnenAn diesen Orten kann man bleiben. Denn oft treibt das Leben Menschen fort, zwingt sie, ein Zuhause aufzugeben, wenn sich die Lebenslage ändert. Hier wächst und schrumpft der eigene Raum stattdessen mit: Man kann im Alter bleiben, statt fortzuziehen; junge Menschen finden eigenen Raum; und in Übergangszeiten lässt sich ein Teil abtrennen und vermieten — ein Stück Sicherheit, das auch den finanziellen Spielraum erweitert.
Was sich über die Jahre ansammeltDas Zuhause folgt dem Leben. Und weil man bleiben kann, verknüpfen sich mit dem Ort über die Jahre Erinnerungen — all die kleinen Dinge sammeln sich an, die ein Leben ausmachen und ein Haus erst zu einem Zuhause werden lassen.
Das Zuhause folgt dem Leben, nicht umgekehrt. Wände, Zugänge und Zuschnitte sitzen an vorbereiteten Stellen — verändert wird ohne Eingriff ins Tragwerk.
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Einbindung in den Ort
Der Ort ist schon da — mit seinen Wegen, Mauern und Höfen.
Ein neuer Bau beginnt meist nicht auf neutralem Grund. Der Ort ist schon da — mit seinen Wegen, Mauern, Höfen und allem, was Menschen über die Zeit in ihn hineingelebt haben. Die neue Bauweise knüpft daran an, statt darüber hinwegzugehen.
Das Alte und das Neue teilen sich die Aufgaben. Der Bestand kann neue Aufgaben übernehmen — die gemeinsame Treppe oder Gemeinschaftsräume im alten Gemäuer; was darüber hinausgeht, übernimmt der Holzbau. Beide bleiben erkennbar und greifen doch ineinander — am schönsten dort, wo die gemeinsamen Wege aus altem Bestand in die hellen Holzebenen überfließen.
Der Hof bleibt der Hof. Das Neue legt sich an die Kante; die Wiese in der Mitte bleibt offen.
Das Neue macht das Alte wieder nutzbar — eine alte Scheune wird zum Durchgang, ein verlassener Hof zum Treffpunkt. Und das Alte gibt dem Neuen Halt und Erinnerung: gewachsene Mauern, vertraute Wege, einen Ort, der schon da war und an den man anknüpft.
Zwischen zwei Zeiten: Der alte Bau rahmt, der neue füllt — und der Grund dazwischen gehört allen.
Auch was das Projekt an neuem Leben mitbringt, vernetzt sich mit dem Ort: eine gemeinschaftliche Küche, eine Werkstatt, ein Pflegedienst oder die gemeinsame Energieversorgung können ein altes Bestandsgebäude beleben — und ebenso können vorhandene Einrichtungen in der Nachbarschaft vom Projekt mitgenutzt und mitgetragen werden. So stärkt eines das andere, in beide Richtungen.
Und wer einzieht, kommt an einen Ort mit Geschichte — der von nun an auch die eigene wird.
Vier Leistungsebenen
Wir planen und steuern. Gebaut wird von Betrieben, mit denen wir zusammenarbeiten. Vier Leistungsebenen — und Sie wählen den Einstieg. Von dort geht es so weit, wie Sie wollen.
Wer hier plant
additional spaces ist ein Planungsbüro im Alten Gutshof in Ingelheim. Wir planen, entwerfen, steuern und moderieren; gebaut wird von Betrieben, finanziert wird von Dritten — wir bleiben auf der Seite derer, die hier einmal wohnen.
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Entwurf v20.95