Wenige Scheiben tragen · alles andere ist frei
Eine Ordnung des Raums, der Teile und der Zeit: Erdgeschosse übereinander, jedes mit Hof, Garten und Weg; Ebenen, die tragen; Bestand, der bleibt, und was neu gebaut ist, lässt sich ändern.
Weil dort Haus und Außenraum eins waren: der Hof der Bauern floss oben in das schützende Dach. Der Boden wanderte in das Haus, weil die Bedingungen des Ortes es erforderten. Die Häuser und ihre Landschaft wurden ökologische und wirtschaftliche Einheiten.
das höhenhaus lernt von historischem Wissen, aus der Geschichte der Moderne und unserer komplexen Gegenwart — und übersetzt sie in neue Bauweisen.
Die Zukunft können wir nicht planen. Also bauen wir Häuser, die ihr Platz lassen. Die Holzböden tragen; der Raum lässt sich ändern, wenn sich das Leben ändert.



Das Prinzip · die Bauweise · vier Vertiefungen






















Das Prinzip
Die Architektur gibt dem Leben Raum — die Technik dient.
Fünf Komponenten, eine Architektur: Die Ebene ist Tragwerk, Boden, Garten und Weg. Die tiefe Fassade ist Schutz, Außenraum und Zwischenraum. Die Wege führen und verbinden, die Technik dient, und Gebautes und Gewachsenes gehen ineinander über. Was der Raum leistet, muss die Anlage nicht leisten.
Fünf Komponenten
Die EbenenDie Ebene ist ein gebauter Grund. Sie trägt wie der Boden selbst: Erde und Bäume, Wege und Höfe — und daneben das Zuhause, dessen Tür ins Freie führt. So liegt in jeder Höhe ein Erdgeschoss.
Und sie ersetzt den Ort nicht, sie führt ihn weiter. Der Hang, die alte Mauer, der Baum, der Weg, den alle gehen: Was da ist, läuft in den Bau hinein und auf den Ebenen weiter.
Die tiefe FassadeDie Fassade ist ein Raum. Zwischen der äußeren Verglasung und der Wand des Zuhauses liegt eine Schicht, die im Winter Wärme hält und im Sommer Luft führt. Wo sonst eine Grenze zwischen warm und kalt steht, liegt hier ein Raum dazwischen — geschützt, hell und im Freien.
Und dieser Raum wird bewohnt. Hier liegt der Eingang, mit Platz für Jacken und Stiefel. Hier stehen die Regale für Werkzeug und Vorräte, hier steht das Fahrrad und wird auch repariert. Im Sommer sind die Scheiben offen, und die Schicht ist eine Terrasse, eine Loggia, ein Hof; im Winter sind sie zu, und sie ist ein Wintergarten, in dem man früh im Jahr schon draußen sitzt. Der Raum schichtet das Klima, die Technik unterstützt.
Die WegeJede Tür geht ins Freie. Davor liegt die Gasse unter freiem Himmel: der Weg, auf dem man ankommt, jemanden trifft, etwas abstellt und weitergeht. Er ist breit genug, dass zwei sich begegnen, und er gehört zum Haus wie der Boden, auf dem er liegt.
Nach oben führen zwei Wege, der innere und der äußere — und weil eine Wohnung an einem Weg liegt statt an einem Treppenhaus, kann sie mehr als eine Tür haben.
Und die Ebenen lassen sich verbinden. Ein Zuhause kann über zwei Ebenen liegen, mit einer eigenen Treppe dazwischen. Wer hinaufsteigt, kommt wieder im Freien an: in einem Erdgeschoss, das in der Höhe liegt.
Auch diese Verbindung bleibt beweglich. Die Stellen dafür sind vorbereitet: Wo heute eine Decke ist, kann morgen eine Treppe sein — und später wieder eine Decke. So wächst ein Zuhause in jede Richtung: über die Ebene zur Seite, durch sie hindurch nach oben und nach unten.
Die TechnikMassives Holz trägt und reguliert zugleich: Es nimmt tagsüber auf, was es nachts wieder abgibt. Die Konstruktion folgt dem Raum — und was sie dabei leistet, muss später keine Anlage leisten.
Jede Einheit hat ihre eigene Lüftung, ihre eigene Wärme und Kühlung, eingebunden in die gemeinsamen Systeme des Hauses. Sie halten die Temperatur, wenn das Wetter es verlangt, sie treten zurück, wenn die Verglasungen offen stehen.
Und sie haben ihre festen Orte und Wege. Was gewartet oder getauscht wird, liegt zugänglich an der Gasse statt in der Wand. Zu sehen ist davon wenig.
Gebautes und GewachsenesDas Vorhandene wird weitergebaut. Das Neue fügt sich ein und wird zu neuem Lebensraum.
Das Grün wächst durch den ganzen Bau. Erde in Tiefe, nicht Substrat auf einer Decke: Auf den Ebenen stehen Kräuter und Sträucher, an den Brüstungen klettern Ranken. Es verschattet, es verdunstet und kühlt, wenn es heiß ist, und es nimmt den Regen auf.
Das Haus hört nicht am Fenster auf. Die Landschaft läuft hinein und auf den Ebenen weiter — am Ende steht auf dem Grundstück mehr Natur als vorher.
Sehr dichte, sehr gut gedämmte Häuser gibt es seit Jahrzehnten, und sie funktionieren. Ihr Preis ist meistens die Geschlossenheit: Je kompakter die Hülle, desto besser die Rechnung — und desto kleiner die Öffnung.
Hier ist es umgekehrt. Die Öffnung führt in einen Raum, der schon halb innen ist. Deshalb kann dieses Haus offen sein, ohne die Rechnung zu verlieren. Die Staffelung ist nicht die Verpackung des Energiekonzepts — sie ist das Energiekonzept.
Das ist die Anordnung. Was sie trägt, ist die Bauweise — massives Holz in Ebenen und Scheiben, seit Jahren gebaute Praxis. Danach die vier Fragen, die sich an jeder Stelle des Baus treffen.
Die Grundlage
Bevor es um die Anordnung geht, kurz zum Material. Gebaut wird in Brettsperrholz: kreuzweise verleimte Bretter, aus denen Wände und Decken als große, tragende Platten entstehen. Wer davon zum ersten Mal hört, hat meist dieselben Fragen — und auf jede gibt es seit Jahren eine Antwort.
Bauaufsichtlich zugelassen seit dem Jahr 2000. Eine eigene Produktnorm folgte 2015, das europäische Bemessungswerk nahm die Bauweise 2025 auf. Für den Brandschutz gilt seit 2021 eine eigene Musterrichtlinie, zuletzt 2024 fortgeschrieben.
DIBt, Z-9.1-501 · DIN EN 16351 · Eurocode 5 · Muster-Holzbaurichtlinie
1,3 Millionen Kubikmeter im Jahr aus über vierzig Werken — die Kapazität liegt über der Nachfrage. Jedes vierte genehmigte Wohngebäude entsteht in Holzbauweise, bei Hotels mehr als jedes dritte.
Holzkurier, Ist 2024 · HDH 2026 · dena 2026
Unsere Häuser bleiben in menschlicher Höhe. Zwei, drei, vier Ebenen: hoch genug für eine Dichte, die sich trägt, und niedrig genug, dass die oberste Ebene noch zum Garten gehört und man von der Gasse aus jemanden ruft. Der gewachsene Boden bleibt auf jeder Ebene in Reichweite.
Dass mehr geht, ist belegt. Das höchste deutsche Holzhaus steht seit 2024 in Hamburg, und in Heilbronn stehen seit 2019 zehn Geschosse mit sechzig Mietwohnungen, kommunale Bauherrin. Die Bauweise setzt die Grenze also nicht — die Höhe wählt man.
Roots · Skaio
Im üblichen Wohnungsbau tragen die Wände zwischen den Wohnungen. Wer den Zuschnitt ändern will, fasst damit das Tragwerk an. Hier trägt eine begrenzte Zahl massiver Wandscheiben, von innen und von außen — und was eine Wohnung ausmacht, bleibt frei. Das ist eine Entscheidung im Entwurf, keine im Material.
Ausgeführt wird von Holzbaubetrieben, die in dieser Bauweise seit Jahren arbeiten.
Acht Kapitel
Wie die Platten entstehen, wie sie montiert werden, was die Schichten leisten — und wohin jedes Material am Ende gehört.
Die Bauweise im GanzenDie Stellen, an denen sich etwas ändert, sind vorbereitet: Grenzen, Zugänge, Anschlüsse. An jeder sitzt ein Koppler — eine Verbindung, die sich lösen und wieder schließen lässt. So wandert eine Wand, kommt eine Tür dazu, wird aus zwei Einheiten eine und später wieder zwei. Und die Ebene selbst lässt sich öffnen: Wo heute eine Decke ist, kann morgen eine Treppe sein — und danach wieder eine Decke. Was trägt, bleibt dabei unberührt.
Erste Perspektive
Gedeckelt und offen nebeneinander: Die Zelle bleibt, und was in ihr geschieht, wechselt.
Ein Haus wird für einen Moment im Leben gebaut und dann Jahrzehnte benutzt. In dieser Zeit wächst ein Kind heran: erst das Bett neben dem der Eltern, dann ein eigenes Zimmer, dann eine Tür, die zugeht — und irgendwann kommt es zu Besuch und bringt die eigene Familie mit. Die Arbeit zieht ins Haus ein und wieder aus. Die Großeltern brauchen eine Ebene ohne Stufen. Jemand vermietet ein Zimmer, jemand hört damit auf.
Dann stehen zwei Möglichkeiten im Raum: sich einrichten, wie es geht — oder umziehen. Hier gibt es eine dritte: Das Haus geht mit. Grenzen wandern, Türen kommen dazu, Ebenen verbinden sich; eine Einheit wächst und gibt später wieder ab. Wer zur Miete begonnen hat, kann erwerben; wer erworben hat, kann vermieten.
Dasselbe Haus, immer wieder anders. Ein möglicher Verlauf — er zeigt den Spielraum der Bauweise.





Drei EinheitenSie unten am Garten, darüber zwei vermietete Wohnungen. Die Grenze zwischen ihnen liegt mitten in einer Ebene, nicht an ihrem Rand.
Schematisch, nicht maßstäblich. Jede Einheit hat einen eigenen Zugang von außen. Das Tragwerk bleibt in allen Zuständen dasselbe.
Was trägt, bleibt: die Ebenen, die tragenden Wandscheiben, die gemeinsamen Treppen und Wege. Sie sind für das ganze Leben des Hauses gebaut.
Was das eigene Zuhause ausmacht, entsteht in einer zweiten Schicht: der eigene Innenraum, seine Übergänge, Höfe und Gärten. Sie ist als eigener Körper in die Holzstruktur eingestellt und kann sich mit dem Leben verändern.
Zwischen beiden sitzen die Koppler — dort, wo eine Einheit an die nächste grenzt, nebeneinander und übereinander. Man kommt an sie heran, um sie zu lösen, zu versetzen oder wieder zu schließen.
Wo ein Zuhause aufhört und das nächste anfängt. Wie viele es sind. Auf welchen Ebenen sie liegen, und ob sie über die Ebenen verbunden sind. Ein Zuhause kann in den Ebenen und über die Ebene wachsen und später wieder abgeben — und es kann weitere Eingänge bekommen, für einen Bereich, der eine Weile anders genutzt wird.
Was am Anfang entschieden wird, lässt sich später anders entscheiden. Eine Gruppe kann selbst investieren oder einen Dritten bauen lassen; wer zur Miete beginnt, kann erwerben, und wer erworben hat, kann vermieten. Für den Bau macht das keinen Unterschied — dieselben Ebenen, dieselben Koppler, dieselbe Vielfalt der Wege.
Sie entscheiden heute für heute. Wie viele Zimmer, wie groß, wer dazugehört — das wird für die jetzige Lage festgelegt und nicht für alle Zeit. Was später kommt, wird später entschieden, an denselben Stellen und mit denselben Mitteln. So bleibt eine Familie an ihrem Ort, während sich alles andere ändert — und eine Nachbarschaft bleibt zusammen, auch wenn einzelne Leben ganz andere Wege nehmen.
Und das rechnet sich, an mehreren Stellen zugleich: eine Konstruktion, die vorgefertigt kommt und sich in Teilen wiederholt, und eine Technik, die dient, wo sie gebraucht wird. Auf demselben Grund entstehen mehr Zuhause, und der Ort wird dabei lebendiger. Ein Bestand, der saniert wird, bekommt dabei eine neue Ordnung. Und ein Haus, das sich ändern lässt, bleibt in Gebrauch — was in Gebrauch bleibt, muss niemand neu bauen.
Zweite Perspektive
Jeder Vogel fliegt im Aufwind des Vordermanns: Im Verband kostet dieselbe Strecke weniger Kraft.
Was ein Haus kostet, entscheidet sich zweimal: beim Bauen und in den Jahrzehnten danach. Dieselbe Anordnung, die den Raum macht, macht beide Posten kleiner — ein Tragwerk, das zugleich Boden und Garten ist; Teile, die sich wiederholen, statt jedes Mal neu entwickelt zu werden; ein Grundriss, der sich ändern lässt, statt ausgetauscht zu werden.
Fast alles entsteht im Werk, unter gleichbleibenden Bedingungen — ohne Wetter, ohne Wartezeiten zwischen Gewerken, mit denselben Handgriffen wie beim letzten Mal. Auf dem Grundstück wird montiert, nicht hergestellt. Das macht den Ablauf planbar und die Bauzeit kurz, und kurze Bauzeit heißt kurz gebundenes Kapital.
Ein System mit festen Regeln lässt sich wiederholen. Deshalb ist die Begrenzung der Grund für den Preis: Was beliebig wäre, müsste jedes Mal neu entwickelt, neu geprüft und neu gebaut werden.
Erzeugung, Speicher und Leitungen arbeiten für das ganze Haus; in jeder Einheit sitzt ihre eigene Lüftung, daran angeschlossen. Eine Erschließung statt mehrerer. Ein Verfahren statt vieler einzelner. Der Vorteil des gemeinsamen Bauens liegt in der Zahl — bei der Anschaffung und noch einmal im Betrieb.
Der günstigste Abbruch ist der, der nicht stattfindet. Wo Bestand vorhanden ist, übernimmt er Erschließung und Nebenfunktionen, und der Neubau muss das nicht noch einmal leisten. Innen zu verdichten ist außerdem günstiger als außen zu erschließen: keine neue Straße, kein neuer Kanal, keine neue Leitung.
Ein Haus, das sich ändern lässt, wird nicht unbrauchbar, weil sich die Nutzung ändert. Es wird umgestellt. Was am Ende zählt, ist die Zeit, die man es benutzt.
Jede Entscheidung beantwortet hier mehrere Fragen auf einmal. Die Ebene trägt — und sie trägt Erde, in der Bäume wurzeln. Das massive Holz trägt — und es hält die Wärme. Der Weg im Freien erschließt — und er belichtet, lüftet und ist Aufenthalt. Darum fallen die beiden Rechnungen zusammen: Was das Haus wirtschaftlich trägt, trägt es auch ökologisch.
Dritte Perspektive
Gefaltetes Sediment: Jede Lage hat die Bewegung mitgemacht und ist Lage geblieben.
Schichten halten eine Veränderung aus, wenn sie sich bewegen dürfen. Danach ist dieses Bausystem gebaut: Was trägt, bleibt; was sich ändern soll, lässt sich lösen. Ökologie ist hier eine Frage, die an jeder Stelle des Baus gestellt wird.
Ökologie ist hier eine Frage, die an jeder Stelle des Baus gestellt wird.
Neun Fragen an den Bau
Wärme und KälteDen größeren Teil übernimmt die Form. Den Rest übernimmt eine Anlage, die für das ganze Haus arbeitet statt vierzigmal für sich. Was gemeinsam getragen wird, muss nicht vielfach vorhanden sein — das entlastet jedes Zuhause und macht das Ganze wirksamer.
Strom und PhotovoltaikDie Flächen zur Sonne gehören zum Entwurf, nicht zur Nachrüstung. Dach und Brüstungen liegen so, dass sie Strom erzeugen können; die Wege für Leitungen und Speicher sind von Anfang an mitgeplant — dort, wo die Technik ohnehin läuft.
Was hier entsteht, wird zuerst hier gebraucht. Viele Haushalte unter einem Dach brauchen zu verschiedenen Zeiten Strom; das lässt sich im Haus verteilen, bevor etwas weitergeht.
LuftEin Gerät je Einheit tauscht die Wärme zwischen abgehender und ankommender Luft. Es läuft leise und im Hintergrund, und es steht der offenen Tür nicht im Weg.
Material und KreisläufeWas trägt, ist gewachsen. Massives Holz, ergänzt um natürliche Stoffe und Glas. Die Zeit, die dieses Holz zum Wachsen gebraucht hat, bleibt im fertigen Bau gegenwärtig — als Wärme, die man sieht und spürt.
Die Verbindungen sind sichtbar und lösbar. Was sich lösen lässt, lässt sich trennen; was sich trennen lässt, lässt sich wiederverwenden. Und jedes Material sitzt dort, wo es am längsten hält: Was in die Erde geht, bleibt mineralisch; was darüber trägt, ist Holz. Kein Bauteil arbeitet gegen seine Natur.
GrünErde in Tiefe, nicht Substrat auf einer Decke. Die Gärten liegen auf den Ebenen, aber sie liegen richtig: mit genug Aufbau, dass Bäume und Sträucher stehen können und nicht nur Gras. Deshalb hält das Grün, und deshalb kühlt es.
Es arbeitet mit: Es verschattet, es verdunstet, es nimmt Regen auf und es gibt Tieren einen Ort. Am Ende steht auf dem Grundstück mehr Natur als vorher.
WasserRegen fällt hier nicht auf eine Fläche, die ihn sofort abgibt. Er versickert in den Gärten und in den Trögen, wird zurückgehalten und steht dem Grün zur Verfügung. Was nicht versiegelt ist, muss nicht abgeleitet werden.
BiodiversitätWo Verschiedenes wächst, kommt Verschiedenes an. Auf den Ebenen stehen Sträucher und kleine Bäume, nicht nur Gras — und damit Insekten, Vögel und was von ihnen lebt.
Die Lagen sind dabei verschieden: sonnig und schattig, trocken und feucht, am Weg und zurückgezogen. Ein Haus mit vielen Lagen bietet viele Lebensräume.
Der Steinkauz zeigt, worauf es ankommt: Er braucht kurze, offene Flächen zum Jagen und einen Hohlraum zum Brüten — beides dicht beieinander. Wo er einen Nistplatz findet, ist die Welt in Ordnung.
ZeitDer nachhaltigste Bau ist der, der schon steht. Ein Haus, das seinen Zuschnitt ändern kann, überlebt die Nutzung, für die es gebaut wurde. Das ist eine Frage der Ressourcen: Abriss und Neubau sind der größte Einzelposten, den ein Gebäude verursachen kann.
Das gilt zuerst für das, was schon dasteht. In den Altbau wandern die Nutzungen, die er gut trägt: solche, die mit einer einfachen Sanierung auskommen und an Technik und Temperatur bescheidene Ansprüche stellen. Im hinteren Haus liegen dann die gemeinsamen Treppen und Aufzüge; vorn der Gemeinschaftsraum, die Werkstatt, das Atelier.
So bekommt jeder Bau die Aufgabe, die zu ihm passt. Der Altbau bleibt stehen, weil er gebraucht wird — und was er übernimmt, ist Raum, der schon vorhanden ist.
Eines lässt sich nicht rechnen und folgt doch aus derselben Ursache: Auf einer waagerechten Ebene kommt jeder überall hin. Alles liegt auf einer Höhe — der Weg zur eigenen Tür ist derselbe wie der zum Nachbarn.
Vierte Perspektive
Die Farbe entsteht aus der Anordnung der Einzelnen.
Der Zugang ist hier nicht übertragen gemeint. Jede Einheit liegt an einem Weg im Freien, und jeder dieser Wege liegt auf einer Ebene. Was anderswo eine nachträglich angebaute Rampe ist, ist hier der Grundriss.
Die GeometrieDurchgehend barrierefrei und über alle Ebenen zugänglich — das folgt aus der Bauweise. Die Ebenen liegen waagerecht, die Wege führen darüber, und zwischen Weg und Wohnungstür liegt keine Stufe.
Es gibt keinen zweiten Eingang. Kein Nebenweg, kein eigens hergerichteter Zugang für die, denen der erste nicht möglich wäre. Es gibt nur den einen, und den nehmen alle.
Die HöheWas waagerecht liegt, muss trotzdem übereinander liegen. Den Höhenunterschied übernimmt der Lift — und der ist von Anfang an eingeplant, mit seinem Platz im Tragwerk und seinem Weg zu den Wegen.
Für jeden der passende ZuschnittVom Studio bis zum Haus, alles auf denselben Ebenen. Die Einheiten lassen sich zusammenlegen und wieder trennen; eine Wohnung kann über eine Ebene wachsen und später wieder abgeben.
Deshalb findet sich an einem Ort Platz für sehr verschiedene Leute: für die Studentin, das Paar, die Familie, die Großeltern, den Kollegen auf Zeit. Dafür braucht es kein eigenes Wort — es ergibt sich aus der Vielfalt der Zuschnitte.
Bleiben könnenDie meisten Umzüge im Alter erzwingen die Umstände: die Treppe, das Bad, die zu groß gewordene Wohnung. Wenn jede Ebene erreichbar ist und sich der Zuschnitt ändern lässt, fällt dieser Grund weg. Man zieht um, indem man bleibt.
Und die NachbarschaftEin Weg im Freien vor jeder Tür ist auch ein Ort, an dem man sich sieht. Wer nicht mehr weit geht, ist deshalb nicht abgeschnitten: Die Nachbarschaft fängt direkt vor der Wohnung an.
Vier Leistungsebenen
Wir planen und steuern. Gebaut wird von Betrieben, mit denen wir zusammenarbeiten. Vier Leistungsebenen — und Sie wählen den Einstieg. Von dort geht es so weit, wie Sie wollen.
Wer hier plant
additional spaces ist ein Planungsbüro im Alten Gutshof in Ingelheim. Wir planen, entwerfen, steuern und moderieren; gebaut wird von Betrieben, finanziert wird von Dritten — wir bleiben auf der Seite derer, die hier einmal wohnen.
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